Augen auf beim Kauf von Waschmittel

 

 

Augen auf beim Kauf von Waschmittel

 

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Waschen ist ein Megageschäft

Mit Waschmittel verdienen die Hersteller Milliarden. Egal ob Marken-,  Discounter- oder Bioprodukt. Rund 2 Milliarden Euro werden im Jahr für Waschmittel ausgegeben. 59 % davon für Waschpulver, 40 % für Flüssigwaschmittel und 1 % für vordosierte Liquidkapseln oder Waschtabs.

Aber welches Waschmittel wäscht am besten? Brauche ich all diese verschiedenen Waschmittel? Wie kann ich die Preise vergleichen? Sind XXL-Packungen wirklich billiger oder sind es nur Mogelpackungen?

Wie kann ich die Preise vergleichen?

Vielen Verbrauchern geht es wie mir. Man steht im Drogerie- oder Supermarkt vor einem riesigen Sortiment an verschiedensten Waschmitteln und ist ein wenig überfordert. Marktforschungen haben ergeben, dass die meisten Verbraucher bei  ihrer Kaufentscheidung nach dem Preis (z.B. Marken nur kaufen, wenn sie im Sonderangebot sind) oder der Werbung gehen. Weniger wird der ökologische Aspekt berücksichtig. Aber ein Preisvergleich ist meist nicht einfach. Mal ehrlich, wer hat einen Überblick darüber, ob z.B. ein und dasselbe Waschmittel im Laufe eines Jahres bei gleichbleibender Verpackung und gleichbleibendem Preis teurer geworden ist. Und wer weiß schon, wie man die einzelnen Waschmittel preislich miteinander vergleichen kann. Denn der Endpreis sagt nichts über die tatsächlichen Kosten der Waschladung aus. Beim Preisvergleich muss man somit genauer hinschauen:

  • Auf den Waschmittelverpackungen stehen die Waschladungen, die mit einer Packung möglich sind (Wäschekorbsymbol meist vorne auf der Verpackung).
  • Anhand der Dosierangaben kann ich vergleichen, wieviel Waschmittel ich z.B. bei mittlerem Verschmutzungsgrad jeweils benötige.
  • Manche Händler geben auf dem Preisschild zusätzlich den Preis pro Waschladung an.

Genaueres Hinschauen zahlt sich also aus. Denn seit Jahren wird hier getrickst. Und zwar so, dass wir Verbraucher es meist nicht merken. So wurden z.B. zwischen 2011 und heute die Waschladungen pro Packung, bei gleichbleibendem Endverkaufspreis stetig reduziert. Zwar hat der eine oder andere Hersteller den Preis im letzten Jahr minimal reduziert, jedoch sind die Produkte durch die weitaus höhere Reduktion der Waschladungen trotzdem teurer geworden. Als Verbraucher freut man sich dann erst einmal darüber, dass sein Lieblingswaschmittel günstiger geworden ist, aber bei genauerem Hinschauen ist dies leider nicht der Fall. Hinzu kommt, dass viele Verbraucher das Waschmittel ständig wechseln oder nicht so häufig Waschmittel nachkaufen, so dass sie nicht im Kopf haben können, wieviel Waschladungen sie für ein und dieselbe Verpackungsgröße beim letzten Mal erworben hatten. Verbraucherzentralen warnen deshalb seit Jahren.

Sind XXL-Packungen wirklich billiger oder sind es nur Mogelpackungen?

Ein weiteres angebliches Top-Angebot sind XXL-Packungen. Gerade mir als Schnäppchenjägerin fallen diese Angebote, die auch bei Discounter an verschiedenen „Supereinkaufstagen“ regelmäßig angeboten werden, immer wieder auf. Aber sind das wirklich Superangebote oder am Ende doch nur Mogelpackungen?

Also wenn man mal bedenkt, dass man sich bei Flüssigwaschmittel im XXL-Format wirklich schwer tut um eine richtige Dosierung hin zu bekommen und somit meist zu viel Waschmittel pro Waschgang einsetzt, dann fällt das als Superangebot schon mal weg. Gleiches gilt auch für Weichspüler. Ich habe es noch nie geschafft, hier richtig zu dosieren, da die Flaschen meist richtig schwer und unhandlich sind und  (sollte überhaupt eine Dosierkappe zum Einsatz kommen) man hier kaum ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht. Allein dieses „Danebengeschütte“ durch das wackelige Einfüllen. Und wer nach Gefühl dosiert, hat durch die unhandliche Flasche auch seine Probleme.

Und beim XXL-Waschpulver ist es so, dass, vergleicht man mal die Dosierung für die jeweilige Waschladung mit Kompaktwaschmittel des gleichen Fabrikats, nahezu die doppelte Menge benötigt wird um die gewünschte Waschleistung zu erzielen. Das liegt, lt. Verbraucherzentrale daran, dass XXL-Packungen mehr Füll- und Rieselstoffe (Mineralsalze wie Natriumsulfat) zugesetzt werden. Somit muss höher dosiert werden. Diese Füll- und Rieselstoffe sind es jedoch, die unser Wasser belasten. Also besser Hände weg!

Fazit:

XXL-Packungen sind nicht nur „keine Schnäppchen“. Also besser Hände weg! Zum einen, da man sowieso nichts spart und zudem noch übergroße Verpackungen rumstehen hat. Und zum anderen, da man damit unnötig die Umwelt belastet.

Brauche ich all diese verschiedenen Waschmittel?

Im Prinzip reicht es aus, wenn man ein Vollwaschmittel, ein Colorwaschmittel und eventuell noch ein Feinwaschmittel hat. Beim Vollwaschmittel ist zu beachten, dass nur Waschpulver Bleichmittel enthält. Bleichmittel wird benötigt um die meisten Keime (bereits bei niedrigeren Temperaturen) und Pilze (ab 60°)  aus der Wäsche zu bekommen.

Aber welches Waschmittel wäscht am besten?

Wie sauber wäscht welches Waschmittel? Muss es ein Markenprodukt sein, oder kann ich auch mit dem Waschmittel vom Discounter dieselben Ergebnisse erzielen? Wie gut waschen die Bio-Produkte?

Natürlich ist das Waschergebnis auch eine Sache des persönlichen Empfindens, da neben dem Preis, der Duft und die persönliche Einstellung eine Rolle spielen. Aber trotzdem gibt es Unterschiede, wie zahlreiche Tests belegen, die man z.B. bei stark verschmutzter Wäsche oder hartnäckigen Flecken berücksichtigen sollte. Aber egal ob Markenprodukt, Discounterprodukt oder Bioprodukt, alle enthalten Tenside (diese sind jedoch bei allen biologisch abbaubar), Mineralsalze, Duftstoffe und Konservierungsmittel.

 Waschpulver (Marke oder Discounter)

Generell gilt, je mehr Bleichmittel und damit Chemie im Waschpulver ist, desto besser gehen auch hartnäckige Flecken raus. So kann man farbintensive Flecken wie z.B.  Grasflecken und Lippenstift bereits ohne separate Vorbehandlung aus der Wäsche bekommen.  Es ist für mich nachvollziehbar, dass der Verbraucher von Bioprodukten Probleme damit hat. Hier muss man eben bei hartnäckigen Flecken etwas mehr Zeitaufwand einplanen und biologische Zusatzmittel verwenden.

Weiter werben einige Hersteller mit einer Art Fleckenschutz, der durch die Zugabe des Enzyms Cellulase entsteht.

Keime werden bedingt durch das Bleichmittel im normalen Waschgang nur mit Waschpulver abgetötet. Bei Pilzbefall oder bei Putzlappen sollte man darauf achten, die Wäsche mind. Bei 60° C zu waschen.

Achtung!   

Das 60°-Ökoprogramm vieler Waschmaschinen erzielt diese Temperatur nicht einmal annähernd, dafür ist hier die Waschzeit verlängert. Ich empfehle bei 60°-Wäschen daher immer das Koch-/Buntwäscheprogramm.

Flüssigwaschmittel (Marke oder Discounter)

Flüssigwaschmittel enthält kein Bleichmittel, auch nicht wenn es flüssiges Vollwaschmittel ist. Das liegt daran, dass Bleiche im Flüssigwaschmittel nicht stabil ist. Wer also Gras-, Obst- oder anderen hartnäckigen Flecken mit Flüssigwaschmittel zu Leibe rückt, sollte die Flecken mit flüssigem Fleckenentferner vorbehandeln. Bei manchen Flecken, so habe ich die Erfahrung gemacht, helfen die kleinen Fleckenteufel für die jeweilig bestimmten Flecken am besten. Rotweinflecken, die bereits eingetrocknet sind, bekam ich damit restlos raus. Zudem haben aktuelle Untersuchungen ergeben, dass die Ergebnisse bei der Fleckenentfernung von hartnäckigen Flecken mit Gallseife oder z.B. Kölnisch Wasser und Waschbenzin schlechter ist als bei den speziellen Fleckentfernern.

Bio-Waschmittel

Die meisten Bio-Waschmittel enthalten ebenso wie die Marken- oder Discounterprodukte auch  Bleiche, Füll- und Rieselstoffe und somit Natriumsulfat, Duftstoffe und Konservierungsmittel. Jedoch sind diese Stoffe meist in geringeren Mengen eingesetzt. Einige Biowaschmittel verzichten ganz auf Duftstoffe und Natriumsulfat, andere berufen sich lediglich auf die Zugabe von nachhaltigen Rohstoffen.

Fazit:

Untersuchungen haben ergeben, dass die Markenwaschmittel bei hartnäckiger Verschmutzung und Flecken meist besser abschneiden als die Discounter oder Bioprodukte.

Bei normaler Verschmutzung erzielen alle Waschmittel ein gleichgutes Ergebnis.

Aus ökologischer Sicht sind hochkonzentrierte Waschmittel die besten, da diese einen geringen Natriumsulfat-Anteil haben. Meist erkennt man sie jedoch nur anhand der Dosierangabe. Wenn hier die Dosierung unter 70g bei einer Waschladung liegt, dann ist es ein Hochkonzentrat. Oder man benutzt ein Biowaschmittel, das komplett auf Duftstoffe und Mineralsalze wie Natriumsulfat verzichtet.

Wer ein Waschmittelkonzentrat benutzt schont nicht nur die Umwelt, sondern auch seinen Geldbeutel.

Gegen Keime helfen nur Waschpulver keine Flüssigwaschmittel. Ebenso bei stärker verschmutzter und fleckiger Wäsche.

 

Beitrag: Petra Brandenburger
Foto: Petra Brandenburger

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