Weichspüler hat Vor- und Nachteile

Weichspüler ja oder nein?

Weichspüler

Foto: Petra Brandenburger

Einen Weichspüler zu verwenden hat Vor- und Nachteile und ist nicht nur allein für den frischen Duft verantwortlich.

Darf ich vorstellen – Weichspüler!

Weichspüler sind Waschhilfsmittel, die keinen Einfluss auf den eigentlichen Wasch- und Reinigungsvorgang haben. Sie werden eingesetzt um eine Trockenstarre bei Textilien, die beim trocknen in unbewegter Luft entsteht, zu  verhindern. Diese Trockenstarre wird durch die Bildung von elektrostatischen Wasserstoffbrückenverbindungen zwischen den Cellulosefasern verursacht. Bei jeder Wäsche verlieren die Fasern der Textilien durch verschiedene Belastungen beim Waschen einen Teil ihrer mechanischen Eigenschaften und werden im Laufe der Zeit rauh. Es können kleine Knötchen entstehen.  Ohne die Verwendung von Weichspüler bleiben die Fasern während des Trockenprozesses rauh. Die Textilfasern werden steif und es kommt zu verstärkter Reibung zwischen den Fasern. Gerade am Kragen, an den Manschetten oder im Gesäß- und Ellenbogenbereich kommt es dann verstärkt zu Abnutzungsspuren. Bei der Verwendung von Weichspüler verbinden sich  die positiv geladenen kationischen Tenside mit den negativen elektrostatisch geladenen Fasern und schwächen diese ab. Die Fasern werden geglättet. Dadurch kommt es zu weniger Reibung und damit wird die Wäsche weicher und geschmeidiger.

Ausnahme beim Trocknen im Wäschetrockner 

Eine Ausnahme besteht beim Trocknen im Wäschetrockner oder wenn die Wäsche im Wind trocknet. Hier wird einer Trockenstarre durch ständige Bewegung entgegengewirkt.

Weichgespülte Wäsche trocknet schneller

Weichgespülte Wäsche trocknet schneller. Zudem wird durch die Zugabe von Weichspüler die elektrostatische Aufladung deutlich reduziert. So setzen sich z.B. weniger Fusseln auf dem Kleidungsstück ab. Wer das Problem kennt, dass Haare am Kleidungsstück haften bleiben, der sollte es einmal mit Weichspüler versuchen.

Frischedepot-Technologie

Einige Weichspülprodukte nutzen eine Art „Frischedepot“ Technologie. Hierbei werden über kleine Mikrokapseln die mit Parfüm gefüllt sind, Duftstoffe nach und nach durch Reibung freigesetzt. Die Hersteller werben mit einem langanhaltenden Frischegefühl.

Anwendung von Weichspüler

Den Weichspüler gibt man zu Beginn des Waschvorgangs in das speziell für Weichspüler vorgesehene Fach der Waschmittelschublade an der Waschmaschine. Der Weichspüler wird  zum Schluss des Waschvorgangs automatisch mit dem Spülgang der Maschinenwäsche zugegeben.

Weichspüler hat nicht nur Vorteile

Die Verwendung von Weichspüler hat jedoch nicht nur Vorteile. So bewirkt er bei Handtüchern, dass diese weniger Feuchtigkeit aufnehmen können und damit das Saugvermögen verringert wird. Auch dürfen nicht alle Fasern mit Weichspüler behandelt werden. Funktionskleidung, Mikrofasertücher, Kleidung mit hohem Stretchanteil oder Daunen dürfen nicht mit Weichspüler gespült werden. Durch Weichspüler werden Daunen, Mikrofasern oder bei der Funktionskleidung die Membrane beschädigt indem sie verkleben.  Bei Kleidung mit hohem Stretchanteil läuft man Gefahr, dass die Elastizität nachlässt.

Nicht überdosieren

Wichtig ist, eine Überdosierung zu vermeiden. Bei der Verwendung von Weichspüler gilt: „weniger ist mehr!“. Zum einen um einen Schmierfilm auf den Textilien zu verhindern, wodurch es zu einem schlechteren Waschergebnis kommt und zum anderen aus Liebe zur Umwelt. Denn die im Weichspüler enthaltenen katonischen Tenside und Duftstoffe stellen eines der Hauptprobleme in unseren Kläranlagen dar. Zwar müssen die kationischen Tenside seit 1992 vollständig abbaubar sein, aber für die Duftstoffe und die weiteren organischen Inhaltsstoffe gibt es bislang noch keine gesetzlichen Vorgaben.

Das Umweltbundesamt appelliert darum an uns Verbraucher:

„Weichspüler sollten immer nur dann eingesetzt werden, wenn man seine Funktion auch wirklich benötigt, da es sich hierbei um einen zusätzlichen Eintrag von Chemikalien in die Umwelt handelt. Wenn Sie nicht auf den Gebrauch von Weichspüler verzichten wollen, reduzieren Sie diesen und dosieren Sie Weichspüler so sparsam wie möglich.“ [Zitat: Umweltbundesamt]

Die Wäsche duftet angenehm frisch

Die Verwendung von Weichspüler ist häufig reine Geschmackssache. Viele verwenden Weichspüler nur um angenehm duftende Wäsche zu haben. Die Wäsche duftet lange anhaltend und angenehm frisch.

Weichspüler glättet die Fasern der Wäsche

Weichspüler glättet die Fasern der Wäsche, was meist dazu führt, dass die Kleidungsstücke nicht oder nur leicht gebügelt werden müssen. Die Fasern der Stoffe sind glatter und lassen sich dadurch leichter bügeln.

2 Comments. Leave new

meine Sports-Shirts riechen komisch, wenn ich Weichspüler benutze. Woran kann das liegen?

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Brandenburger
9. Juni 2015 6:30

hallo lars,

wenn deine sportsachen aus mikrofaser sind, dann solltest du keinen weichspüler verwenden. versuch mal sportwaschmittel. das gibts im drogeriemarkt und riecht klasse. ich habe auch einen artikel über das waschen von sportklamotten geschrieben. schau hier mal rein.

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